Winter so weit

Buchcover
Eine Rezension von
Kimmo Döring

Der Folgeband von „Sommer unter schwarzen Flügeln” ist genauso fantastisch wie der erste Band. Es geht weiterhin um die beiden Jugendlichen Calvin und Nuri. Die Geschichte aus dem ersten Band wird mit einer wahnsinnigen Stärke weiter geführt, die einen glauben lässt, man wäre mitten in der Handlung. Das Buch wird teilweise mit ganz vielen Details erzählt, die alle eine Rolle spielen. Das ist fantastisch. Zwei Tage können in diesem Buch auf einer halben Seite beschrieben werden oder auf 10 Seiten, und bei beiden entsteht ein tolles Ergebnis.

Meiner Meinung nach lebt das Buch von den Gefühlen der Akteure und den vielen Details. Die Gefühle machen einen sehr großen Teil des Buches aus, da es auch um die Liebe zwischen zwei Menschen geht, die einer unterschiedlichen Nationen angehörens und von denen einer früher ein Nazi war und die andere ein Flüchtling aus Syrien. Das Buch zeigt, dass nichts unmöglich ist, wenn man etwas wirklich möchte. Man bekommt gute Einblicke in ein Leben, in das man manchmal lieber keine Einblicke bekommen hätte. Das Buch ist ein zweifellos sehr dramatisches und brutales Buch, es werden Foltermethoden bis ins kleinste Detail beschrieben, und es werden die Vorgänge in Syrien beschrieben, die von großer Brutalität sind. Aber fast das Schlimmste an dem Buch ist, dass man weiß, dass so die Realität ist, dass dieses Buch zwar mit ausgedachten Personen ist, aber dass diese Personen durchaus existieren könnten, und dass sie dann noch die wären, die es fast schon gut haben. Das ist zwar alles sehr dramatisch, aber macht das Buch nur noch besser.

Es ist ein absolut fantastisches Buch. Ich würde es auf jeden Fall erst ab 14 Jahren empfehlen, für Menschen, die mit dem Thema noch nicht so vertraut sind, oder für die, die noch nie ein ähnliches Buch gelesen haben, sogar erst ab 15 Jahren.

Peer Martin
Winter so weit
Oetinger 2017 € 16,00
ab 14 Jahren