Das tiefe Blau der Worte

Buchcover

Ein merkwürdiger Titel, der einem nach der Lektüre ein wenig zu verschwurbelt vorkommt. Egal! Es gibt zwei spannende Hauptfiguren, die von großer Nähe (sie sind beste Freunde seit Kindertagen) über große Ferne wieder zu großer Nähe finden. Sie erzählen jeweils abwechselnd aus der Ich-Perspektive, was den LeserInnen einen tiefen Einblick in ihre Persönlichkeit ermöglicht. Trotzdem dreht sich ihre Erzählung nicht nur um sie selbst, Rachel und Henry sind tief verbunden mit dem, was um sie herum geschieht, auf schmerzliche und auf vertraute Art.

Örtlicher Mittelpunkt der Handlung ist das Antiquariat von Henrys Vater. Hier treffen sich die Protagonisten, aber auch Henrys eigenwillige Schwester George, der neue Mitarbeiter Martin, Rachels Freundin Lola, Henrys geschiedene Eltern. Im Buchladen gibt es eine „Briefbibliothek“. Ihre Bücher sind nicht zum Verkauf bestimmt, sie heißt so, weil man nicht nur Kommentare in die Bücher schreiben darf - ganze Briefe und Botschaften liegen zwischen den Seiten. Briefe an wen auch immer. Auch Rachel hatte, bevor sie mit ihrer Mutter wegzog, dort einen Liebesbrief für Henry hinterlassen, der nie beantwortet wurde. Jetzt ist sie wieder zurück, arbeitet in der Buchhandlung und begegnet Henry wieder. Ein Liebesroman für Jugendliche, eine wunderbare Geschichte übers Kommunizieren – wie schwer das ist, und wie leicht es sein kann, und wie schrecklich, wenn es ins Leere geht.

Cath Crowley
Das tiefe Blau der Worte
Übersetzung
Claudia Feldmann
Carlsen 2018 € 17,99