tschick

„tschick“ ist ein Roadmovie. Zwei Vierzehnjährige aus Berlin, einer aus „stinkreichem“ Haus (Maik), der andere aus „asozialen Verhältnissen“ (Tschick), klauen einen Lada und wollen in die Walachei. Wie in einem Roadmovie üblich gibt es einen Haufen skurriler Begegnungen und Situationen, die von Maik in einer Rückblende erzählt werden. Er erzählt ein wenig von seiner Familie, der Vater ist ein cholerisches Arbeitstier, die Mutter eine Quartalssäuferin und von Tschick weiß er eigentlich gar nichts und dann geht’s auch gleich los, mit der Reise durch den wilden Osten. Die Stationen auf dieser Reise werden von ihm jedoch ausführlich erzählt, allerdings ohne sie viel zu kommentieren, die Dinge passieren einfach und es muss etwas, meist pragmatisches, getan werden. Da es relativ viele Stationen gibt, nimmt der Roman hier deutlich Tempo auf und auch „Action“-Anteile“, wie eine Auseinandersetzung mit einem Dorfpolizisten und eine rasante Autofahrt durch ein ehemaliges Braunkohleabbaugebiet, sind reichlich vertreten. Er erzählt in einem eher nüchternen, ruhigen, bisweilen lakonischem Tonfall, der dazu beiträgt, dass die Situationskomik, die in den zahlreichen Begegnungen steckt, sich voll entfalten kann.

Insgesamt ist alles stimmig an diesem eher ungewöhnlichen Initiationsroman. Die Hauptfiguren sind Antihelden, es gibt keinerlei Moralkeule, er ist lustig und rasant, die Sprache ist eher einfach und er ist glaubhaft aus der Perspektive eines Jugendlichen geschrieben. Der Roman macht einfach Spaß und die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Leseunwilligen einer Klasse „tschick“ mit Spaß tatsächlich durchlesen, ist sehr, sehr groß.

Wolfgang Herrndorf
tschick
Rowohlt 2012 254 Seiten € 8,99
ab 8. Klasse