Bloße Hände

Ein schmales Buch, nur gute 100 Seiten, die es in sich haben: Es geht um sogenannte sinnlose Gewalt, die aber, wie Bart Moeyaerts Geschichte zeigt, durchaus benennbare Motive und Ursachen hat.

Ward und Bernie sind Freunde, wenn auch ungleiche. Am Sylvesterabend töten sie halb im Spiel, halb im Ernst Bauer Betjemans alte Ente. Ward hasst Betjeman von Herzen - und ausgerechnet der bändelt mit seiner Mutter an! Jetzt  ist er den Jungen auf den Fersen, aber sie können entkommen. Nicht so Elmer, Wards kleiner Hund. Betjeman erwischt ihn und erschlägt ihn. Ward ist wie erstarrt, Bernies Mutter entsetzt, und Bernie versucht, Ward zu einem Racheakt zu bewegen.. Am Schluss bleibt Betjeman zurück, ein unsympathischer Mensch, auf den man wütend ist und der einem doch Leid tut.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es ganz streng personal erzählt wird: die LeserInnen erfahren alles aus Wards Sicht, nur seine Einschätzungen von Ereignissen und Personen spielen eine Rolle. Das ist manchmal nicht ganz einfach zu lesen, denn Wards Gedanken springen von sich weg, von Person zu Person, von gestern zu heute. Vielleicht kann dieser Text sogar ganz vorgelesen werden, bevor damit gearbeitet wird.

Bart Moeyaert
Bloße Hände
Übersetzung
Mirjam Pressler
dtv 2011 107 Seiten € 6,95
5. und 6. Klasse