Aftershock

Die israelische Autorin Veret-Zehavi erzählt in ihrem Jugendroman die Geschichte eines 15 jährigen Mädchens, die einen Terroranschlag überlebt hat und einen ungewöhnlichen Weg wählt um ihr Trauma zu bewältigen.

Die Bombe, gezündet von einer 18 jährigen Palästinenserin, verletzt Ella schwer und ihre beste Freundin kommt dabei um. Nach einer Phase der hilflosen Wut und Trauer, entschließt sie sich über das zu schreiben, was ihr seit dem Terroranschlag widerfahren ist.

Im Krankenhaus lernt sie Maher, einen arabischen Jungen kennen, mit dem sie sich anfreundet. Zufälligerweise kennt er ein Mitglied der Familie der Attentäterin. Jetzt ist die Täterin nicht mehr nur ein Phantom, sondern ist eine reale Person mit Namen Nadira geworden. Ella erfindet Geschichten über sie, denkt sich Drehbücher aus, beschimpft sie...

Gegen den Willen der Eltern, nimmt sie heimlich Kontakt zu Nadiras Familie auf. Sie erfährt von der Trauer, der Wut und dem Unverständnis gegenüber Nadiras Tat.

Trotz großer Angst kommt es zum Schluß des Buches zu einem kurzen Treffen mit einer Kusine der Täterin. Ella stellt sich dieser Begegnung und ist mit der Bewältigung ihrers Kummers einen Großen Schritt vorangekommen.

Die Autorin beschreibt sehr einfühlsam die verschiedenen Phasen der Traumabewältigung. Interessant und verständlich beschrieben sind aber auch die aufgrund der langen Feindschaft entstandenen tiefen Gräben zwischen Israelis und Palästinensern - aus der subjektiven Perspektive der israelischen Ella und des arabischen Maher.

Ein Roman, der viel Diskussionsstoff in sich trägt.

Tamar Verete-Zehavi
Aftershock
Übersetzung
Mirjam Pressler
cbt 2010 200 Seiten € 6,99
ab 9. Klasse