Über uns

Im April 1982 eröffnete der Buchladen mit einem schmalen Buchbestand im Regal, aber mit vielen Ideen in den Köpfen der Gründerin und derer, die schnell als MitstreiterInnen kamen. Dazu gehörten kollektive Arbeitsstrukturen (Einheitslohn, gemeinsame Entscheidungen und Verantwortung, rotierende Zuständigkeit für verschiedene Arbeitsbereiche vom Putzen bis zur Buchführung) und demonstrative Offenheit unserer Ladentür. Auch wollten wir nicht nur Bücher verkaufen, sondern auch welche herstellen.

Die inhaltliche Ausrichtung war statementhaft umrissen: die Lebenswirklichkeiten von Kindern und Jugendlichen hier und anderswo, gegenwärtig und historisch, sollten wichtig sein, schwierige Themen wie Angst, Einsamkeit, Gewalt, Armut, Trennung, Krankheit, Tod sollten nicht vermieden werden, Mädchen und Frauen als Handlungsträgerinnen sollten selbstverständlich sein, Widersprüchlichkeiten und Verzicht auf Gut-Böse-Zuschreibungen sollten zugemutet werden, auch die Überschreitung der Ich-Perspektive, kritische Bewertung gesellschaftlicher Institutionen wie Ehe, Familie, Schule, Hinterfragung von Autoritäten und fester Zuweisungen im privaten und öffentlichen Bereich: das alles sollte stattfinden und vorkommen – in literatisch und bildnerisch überzeugender Umsetzung und mit Spaß und Spannung! Der Buchladen Kronenklauer ist ein Kind der Siebziger!

Seit Beginn begleiten uns gelungene Projekte und Erfolge genauso wie Misserfolge (z. B. hat unser Verlag ganze 2 Bücher veröffentlicht) und auch bittere Erfahrungen. Aber: Der Buchladen ist immer noch ein Buch- und kein Spielzeugladen (etliche „alte“ Buchläden haben andere Entscheidungen getroffen), es wird immer noch der gleiche Lohn für alle pro Arbeitseinheit gezahlt, und immer noch wird heiß und kontrovers über Ausrichtung, Arbeitsorganisation und Bücher diskutiert!

Der Buchbestand ist auf ca. 9000 Titel angewachsen, und der „Kronenklauer“ ist als kompetenter, freundlicher und offener Laden in Bielefeld bekannt und etabliert – auch bei Kindern und Jugendlichen.