Elefanten sieht man nicht

Ist es möglich, mit Sprachwitz und feinem Humor über Gewalt in der Familie zu sprechen? Susan Kreller ist das gelungen, und zudem ist ihre Ich-Erzählerin Mascha eine äußerst glaubwürdige 13-jährige. Eigentlich zu alt für den Spielplatz, auf dem sie immer rumlungert, wenn sie bei ihrer Oma ist, ist ihre Aufmerksamkeit gefangen von den beiden Kindern, die sie dort kennen lernt und die offensichtlich geschlagen werden. Als sie ihnen nachspioniert und ihre Vermutung bestätigt sieht, erlebt Mascha entsetzt, das keiner ihrer Erwachsenen damit etwas zu tun haben will, nicht einmal ihr geliebter Opa. Sie will die Kinder schützen und sperrt sie in einer plötzlichen Eingebung in ihren alten Spielschuppen ein. Natürlich ist das eine Sackgasse und zum Scheitern verurteilt, aber letztlich fördert Maschas Lösungsversuch doch das Problem ans Tageslicht: den „Elefanten“ im Raum sieht man jetzt!

Susan Kreller
Elefanten sieht man nicht
Carlsen TB 2016 208 Seiten € 6,99
ab 7. Klasse
nominiert für den deutschen Jugendliteraturpreis