Der unvergessene Mantel

Der Mantel liegt noch immer im Fundkorb der alten Schule der Ich-Erzählerin, Er blieb vor Jahren einfach hängen, weil Dschingis ihn nicht abholen konnte. In der Manteltasche befindet sich sogar noch ein Stapel Polaroids – sie waren damals, als Dschingis und sein kleiner Bruder in ihre Klasse kamen, der Existenzbeweis für ihre Heimat, die Mongolei.
Die Erzählerin erinnert sich, wie sie sich als „Kümmerkind“ für Dschingis alles aneignete, was sie über die Mongolei finden konnte. Wie sie ihm folgte, aus ihm aber nicht schlau wurde, ihn ausfragte, aber nicht verstanden hatte, dass Dschingis’ Alltag vor allem von Angst vor einer drohenden Abschiebung bestimmt war.
Die abgebildeten Polaroids (keineswegs Bilder der Mongolei) und ein Nachwort des Autors runden diese berührende Erzählung über ein Flüchtlingsschicksal ab. Spannend, wie über den Rückblick der Erzählerin auch Dschingis‘ Lebenssicht zum Ausdruck kommt.

Frank Cotrell Boyce
Der unvergessene Mantel
Übersetzung
aus dem Englischen von Salah Naoura
Carlsen TB 2016 100 Seiten € 6,99
ab 5. Klasse
ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2013